Die 60-30-10-Regel der IKS-Hessen – Ein Denkmodell für ein neues Wirtschaftsverständnis

In einer Zeit wachsender sozialer Spannungen, zunehmender Staatsverschuldung und eines immer fragiler wirkenden Wirtschaftssystems stellt sich für viele Menschen eine grundlegende Frage:
Warum geraten trotz steigender Wirtschaftsleistung immer mehr gesellschaftliche Bereiche unter Druck?

Ob Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen, Pflege, Wohnungsmarkt oder soziale Sicherheit – überall scheint Geld zu fehlen. Gleichzeitig erreicht das Bruttoinlandsprodukt vieler Staaten immer neue Rekordwerte. Genau an diesem Punkt setzt die sogenannte 60-30-10-Regel der IKS-Hessen an – ein alternatives Denkmodell zur Neuordnung von Geld-, Einkommens- und Wirtschaftsstrukturen.

Das Grundprinzip der 60-30-10-Regel

Die von der IKS-Hessen entwickelte Regel beschreibt eine feste Verteilung des gesamten Volkseinkommens beziehungsweise des Bruttoinlandsprodukts in drei klar definierte Bereiche:

60 % JiT-Einkommen

Der größte Anteil soll als gesellschaftliche Grundsicherung allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen – gestaffelt von der Geburt bis zum Lebensende.

Das JiT-Einkommen („Just-in-Time-Einkommen“) wird dabei nicht als klassisches bedingungsloses Grundeinkommen verstanden, sondern als Bestandteil eines dynamischen Wirtschaftskreislaufs. Einkommen entsteht dabei unmittelbar dort, wo reale wirtschaftliche Nachfrage entsteht – also genau in dem Moment, in dem Leistungen, Produkte oder Dienstleistungen tatsächlich nachgefragt und genutzt werden.

Nach Auffassung der IKS-Hessen stabilisiert dieses Prinzip die Realwirtschaft, weil Kaufkraft fortlaufend dort bereitgestellt wird, wo wirtschaftliche Prozesse tatsächlich stattfinden. Dadurch soll verhindert werden, dass große Teile des Geldes dauerhaft aus dem realen Wirtschaftskreislauf abfließen oder sich einseitig in Finanz- und Kapitalstrukturen konzentrieren.

30 % Staatseinkommen

Dieser Anteil dient der Finanzierung sämtlicher öffentlicher Aufgaben:

  • Infrastruktur
  • Bildung
  • Gesundheitswesen
  • Verwaltung
  • Forschung
  • Sicherheit
  • gesellschaftliche Daseinsvorsorge

Der Staat soll dadurch dauerhaft handlungs- und investitionsfähig bleiben, ohne sich immer weiter verschulden zu müssen.

Das Modell verfolgt hierbei den Gedanken, dass öffentliche Leistungen nicht als Belastung der Wirtschaft verstanden werden sollten, sondern als Grundlage funktionierender wirtschaftlicher Prozesse.

10 % Leistungseinkommen

Die verbleibenden 10 % dienen als gezielte Leistungs- und Gewinnkomponente.

Unternehmen, Entwickler, Innovatoren und Leistungsträger sollen weiterhin deutlich profitieren können – allerdings nicht mehr durch unbegrenzte Renditesteigerung, sondern durch reale Effizienz, Innovation und nachweisbaren gesellschaftlichen Nutzen.

Nach Vorstellung der IKS-Hessen würde sich dadurch auch der Charakter des Wettbewerbs verändern:
Nicht mehr maximale Kapitalrendite stünde im Mittelpunkt, sondern die Frage, wer Lösungen effizienter, nachhaltiger und intelligenter gestalten kann.

Ein anderer Blick auf Wirtschaft

Die 60-30-10-Regel basiert auf einer zentralen Grundannahme:

Kosten sind auf der anderen Seite immer Einkommen.

Löhne, Unternehmensumsätze, Steuern, Sozialleistungen oder staatliche Investitionen verschwinden nicht aus dem Wirtschaftskreislauf – sie tauchen an anderer Stelle wieder als Einnahmen, Aufträge oder Kaufkraft auf.

Genau deshalb sieht die IKS-Hessen die heutigen wirtschaftlichen Probleme weniger als Folge mangelnder Produktivität, sondern vielmehr als Folge struktureller Ungleichgewichte innerhalb des Geld- und Einkommenssystems.

Das heutige System erzeugt nach dieser Sichtweise einen permanenten Wachstums- und Verschuldungsdruck, weil immer größere Teile der Wirtschaftsleistung in Kapital-, Zins- und Finanzstrukturen gebunden werden, während gleichzeitig reale Wirtschaftskreisläufe an Stabilität verlieren.

Ziel: Stabilität statt permanenter Krisenmodus

Die 60-30-10-Regel versteht sich daher nicht nur als Sozialmodell, sondern als Versuch, Realwirtschaft und Finanzwirtschaft wieder dauerhaft miteinander in Einklang zu bringen.

Durch die feste Verteilung der Einkommen sollen:

  • extreme Vermögenskonzentrationen begrenzt,
  • gesellschaftliche Spannungen reduziert,
  • staatliche Investitionen gesichert,
  • wirtschaftliche Stabilität erhöht,
  • und dauerhafte Liquiditätsengpässe vermieden werden.

Nach Auffassung der IKS-Hessen könnte dadurch ein Wirtschaftssystem entstehen, das weniger krisenanfällig ist und sich stärker an realen gesellschaftlichen Bedürfnissen orientiert.

Verbindung zur Energiemehrwegtechnologie

Die 60-30-10-Regel ist eng mit den weiteren Zukunftsmodellen der IKS-Hessen verbunden – insbesondere mit der sogenannten Energiemehrwegtechnologie.

Beide Konzepte folgen derselben Grundidee:
Nicht kurzfristiger Verbrauch und maximale Ausbeutung stehen im Mittelpunkt, sondern Kreisläufe, Stabilität, Wiederverwendung und langfristige Systemerhaltung.

Während die Energiemehrwegtechnologie technische und energetische Kreisläufe neu denken will, versucht die 60-30-10-Regel dasselbe im Bereich von Geld, Einkommen und Wirtschaft.

Ein Denkmodell für die Zukunft

Die IKS-Hessen betont selbst, dass Gesellschaft und Politik gegenwärtig vermutlich noch nicht bereit seien, derart tiefgreifende Veränderungen umzusetzen.

Dennoch wächst bei vielen Menschen der Eindruck, dass das heutige Wirtschafts- und Finanzsystem zunehmend an seine strukturellen Grenzen stößt. Steigende soziale Spannungen, Vertrauensverlust in Institutionen und das Gefühl permanenter Unsicherheit könnten langfristig dazu führen, dass alternative Denkmodelle stärker in den Fokus rücken.

Die 60-30-10-Regel versteht sich deshalb weniger als fertige Ideologie, sondern vielmehr als Denkanstoß für eine grundsätzliche Debatte:

Wie kann ein Wirtschaftssystem gestaltet werden, das dauerhaft soziale Stabilität, Innovationsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglicht – ohne dabei immer neue Krisen und Ungleichgewichte hervorzubringen?

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