Die Macht des Geldes und die Notwendigkeit einer Neuausrichtung


„Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation, und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.“
– Abraham Lincoln, US-Präsident, 21. November 1864

Bereits im Jahr 1864 warnte Abraham Lincoln eindringlich vor der zerstörerischen Macht des Geldes. Seine Worte wirken heute – 160 Jahre später – fast unheimlich aktuell. Trotz dieser frühen Mahnung scheint es der Menschheit nicht gelungen zu sein, sich aus dem Bann dieser Macht zu befreien. Immer wieder wiederholen sich dieselben Fehler: Gesellschaften lassen sich ausbeuten, ihre Lebensgrundlagen werden zerstört, während die Konzentration des Kapitals unaufhaltsam voranschreitet.


Der Automatismus des Geldes

Warum konnte sich die Menschheit nie aus dem Automatismus des Geldes lösen? Warum bleibt die Erkenntnis über seine zerstörerische Kraft so oberflächlich?

Der Mechanismus ist längst tief in unseren gesellschaftlichen Strukturen verankert: Das Geld folgt seiner eigenen Logik – einer Logik, die sich zunehmend von den Bedürfnissen des Menschen und den Grenzen der Natur entfernt hat. Der Raubbau an natürlichen Ressourcen und am Menschen selbst ist kein Betriebsunfall, sondern systemisch bedingt. Die wachsende soziale Kälte, der Vertrauensverlust in Institutionen, die Verrohung der Sprache und die Spaltung der Gesellschaft – all das sind Symptome einer tiefen Störung, deren Ursprung in der Entfesselung des Finanzsystems liegt.

Statt echter Sicherheit wird den Bürgern die Illusion verkauft, sie müssten sparen und ihr Geld „für sich arbeiten lassen“, um ein gutes Leben im Alter zu führen. In Wahrheit jedoch verschafft diese Kapitalakkumulation nur wenigen Menschen enorme Macht – die Macht, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. So entstehen die Ungleichgewichte, mit denen wir heute ringen.


Unser wahres Kapital

Unser Überleben kann niemals vom Geld abhängen. Das wahre Kapital des Menschen ist nicht monetärer, sondern natürlicher und geistiger Art: Es sind die Ressourcen der Natur – Flora, Fauna, Wasser, Boden, Rohstoffe, Energiequellen – sowie unser Wissen und unsere Fähigkeit, diese im Einklang mit den natürlichen Kreisläufen zu nutzen. Die Natur stellt uns all das kostenlos zur Verfügung. Es liegt an uns, damit so umzugehen, dass ein würdiges Leben für alle möglich ist – heute und in Zukunft.


Die Vergötterung des Geldes

Warum also die falsche Vergötterung des Geldes?

Statt das Leben, die Natur und den Menschen ins Zentrum zu stellen, wurde das Geld zum höchsten Wert erhoben – zu einem Fetisch, der über allem steht. Dabei sollte Geld nie mehr sein als ein Mittel zum Zweck: ein Werkzeug, um sinnvolle Vorhaben umzusetzen und die Versorgung der Menschen zu sichern. Doch längst ist es zu einer eigenständigen Begierde geworden – zur Triebfeder eines Systems, das seine Menschlichkeit verloren hat.

Diese Vergötterung zerstört die wahren Werte des Lebens: Respekt, Solidarität, Miteinander, Kreativität, Lebensfreude. Es sind jene Werte, die uns verbinden, die uns menschlich machen – und die durch den Kult ums Geld zunehmend verdrängt werden.


Der Werteverfall – und die Chance zur Umkehr

Um diesen Werteverfall aufzuhalten, braucht es eine grundlegende Neuausrichtung unseres Verständnisses von Einkommen und wirtschaftlicher Teilhabe. Die sogenannte 60/30/10-Regel IKS bietet hierfür einen zukunftsfähigen Orientierungsrahmen:

  • 60 % des Bruttoinlandsprodukts – und damit unseres gesamten wirtschaftlichen Handelns – sollten als verteilbare Grundsicherung in Form einer individuellen Option allen Menschen als Grundeinkommen zur Verfügung stehen – unabhängig von Erwerbsstatus oder Marktleistung.
  • 30 % des BIP sollten zur Finanzierung hoheitlicher Aufgaben des Staates eingesetzt werden – darunter Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Rechtsprechung und öffentliche Daseinsvorsorge.
  • 10 % verbleiben zur unternehmerischen Verteilung – etwa zur Förderung von Innovationskraft, zur Sicherung der Leistungsbereitschaft und zur Belohnung individueller Beiträge im Wertschöpfungsprozess.

Geld muss wieder ein Werkzeug im Dienst des Menschen sein – nicht dessen Maßstab oder Ziel. Nur so können gerechte und prosperierende Gesellschaften entstehen, in denen lebensfördernde Werte wie Sicherheit, Sinn und echte Lebensqualität wieder ins Zentrum rücken.


Visionum IKS – ein neuer Weg

Diese Neuausrichtung stellt die Natur und die menschlichen Potenziale wieder in den Mittelpunkt. Sie zeigt Wege auf, wie eine nachhaltige, gerechte und resiliente Gesellschaft entstehen kann – jenseits der zerstörerischen Macht des Geldes, vor der schon Lincoln gewarnt hatte.

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