Wenn ich einen Blick in die Zukunft wage, dann sehe ich eine Gesellschaft, in der sich unser Verständnis von Arbeit grundlegend verändert hat. Maschinen, Robotik und Künstliche Intelligenz werden immer leistungsfähiger. Sie übernehmen Tätigkeiten, für die heute noch Millionen Menschen täglich ihre Arbeitskraft einsetzen müssen. Ich glaube, dass wir diese Entwicklung nicht in erster Linie als Bedrohung betrachten sollten. Sie könnte eine der größten Chancen der Menschheitsgeschichte sein.
Allerdings gibt es zwei entscheidende Fragen, die wir beantworten müssen, wenn diese technologische Zukunft tatsächlich funktionieren soll: Woher kommt das Einkommen der Menschen, wenn Maschinen immer mehr menschliche Arbeit übernehmen? Und woher kommt die Energie, mit der diese Maschinen und automatisierten Systeme dauerhaft betrieben werden?
Für mich gehören deshalb die Zukunft der Arbeit, das JiT-Einkommen und eine neue Form der Energiebereitstellung – beispielsweise durch die Energiemehrwegtechnologie – unmittelbar zusammen.
Die Arbeitswelt steht vor einer grundlegenden Transformation
Über Jahrtausende war menschliche Arbeitskraft unverzichtbar. Menschen mussten säen, ernten, bauen, transportieren, produzieren, rechnen, verwalten und organisieren. Nahezu jede wirtschaftliche Leistung erforderte unmittelbar menschliche Arbeitszeit.
Doch genau das verändert sich.
Maschinen und automatisierte Systeme dringen in immer mehr Bereiche der Wirtschaft vor. Roboter produzieren Güter, autonome Systeme transportieren Waren, Computer übernehmen Verwaltungsaufgaben und Künstliche Intelligenz verarbeitet Informationen, analysiert Daten und unterstützt zunehmend auch anspruchsvolle geistige Tätigkeiten.
Ich kann mir deshalb eine Zukunft vorstellen, in der große Teile unserer industriellen und gewerblichen Infrastruktur weitgehend automatisiert funktionieren – vielleicht sogar in Produktions-, Verkehrs- und Versorgungssystemen, die teilweise tief unter der Erde liegen und damit räumlich von unserem eigentlichen Lebensraum getrennt sind.
Der Mensch müsste dort nicht mehr permanent körperlich tätig sein. Seine Aufgabe würde sich verändern: Menschen würden Wissen entwickeln, Maschinen konstruieren, Systeme programmieren, Informationen bereitstellen, Prozesse überwachen und dort eingreifen, wo Wartung, Reparatur, Kreativität oder menschliche Entscheidungskraft erforderlich sind.
Die eigentliche körperliche, monotone, gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeit würden zunehmend Maschinen erledigen.
Und genau an diesem Punkt müssen wir uns eine gesellschaftspolitisch entscheidende Frage stellen:
Ist es wirklich ein Problem, wenn Maschinen uns Arbeit abnehmen?
Sozial ist, was den Menschen von notwendiger Arbeit befreit
Bis heute gilt in unserer Gesellschaft nahezu selbstverständlich der Grundsatz:
„Sozial ist, was Arbeit schafft.“
Dieser Satz stammt aus einer Wirtschaftsordnung, in der Erwerbsarbeit gleichzeitig eine der wichtigsten Voraussetzungen für Einkommen und gesellschaftliche Teilhabe ist. Wer Einkommen benötigt, muss in aller Regel seine Arbeitskraft anbieten. Deshalb erscheint jeder Arbeitsplatz zunächst als gesellschaftlicher Gewinn.
Doch was passiert, wenn wir diesen Zusammenhang technisch immer weniger benötigen?
Wenn eine Maschine eine körperlich belastende Tätigkeit übernehmen kann, warum sollte ein Mensch diese Arbeit weiterhin verrichten müssen, nur damit sein Einkommen gesichert ist?
Wenn Künstliche Intelligenz einen Verwaltungsprozess in wenigen Sekunden erledigen kann, warum sollten Menschen denselben Vorgang weiterhin stundenlang bearbeiten?
Wenn Roboter gefährliche Arbeiten übernehmen können, warum sollten Menschen weiterhin ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben dafür riskieren?
Vielleicht müssen wir deshalb einen vollkommen neuen gesellschaftlichen Leitsatz entwickeln:
Sozial ist, was den Menschen von notwendiger, monotoner, gefährlicher und gesundheitsschädlicher Arbeit befreit – ohne ihm dadurch seine wirtschaftliche Existenzgrundlage zu nehmen.
Das wäre ein fundamentaler Paradigmenwechsel.
Das eigentliche Problem ist nicht die Automatisierung – sondern das Einkommen
Unsere heutigen wirtschaftlichen Strukturen erzeugen dabei einen Widerspruch. Unternehmen sollen ihre Produktivität erhöhen, Kosten senken und Arbeitsprozesse automatisieren. Gleichzeitig sind Millionen Menschen darauf angewiesen, genau in diesen Arbeitsprozessen ihr Einkommen zu erzielen.
Wir versuchen also einerseits, menschliche Arbeit durch Technologie einzusparen, und benötigen andererseits ständig neue Arbeitsplätze, damit Menschen Einkommen erhalten.
Dieser Widerspruch wird mit zunehmender Automatisierung immer deutlicher.
Deshalb reicht es nicht, über die Zukunft der Arbeit zu sprechen. Wir müssen gleichzeitig über die Zukunft des Einkommens sprechen.
Wenn Maschinen einen immer größeren Teil der gesellschaftlichen Wertschöpfung erzeugen oder ermöglichen, muss die daraus entstehende Produktivität letztlich auch den Menschen zugutekommen. Sonst entsteht eine paradoxe Situation: Wir verfügen über immer leistungsfähigere Technologien und könnten immer mehr Güter und Dienstleistungen mit immer weniger menschlicher Arbeitszeit bereitstellen – gleichzeitig verlieren Menschen Kaufkraft, weil ihre Arbeitskraft wirtschaftlich immer weniger benötigt wird.
Eine technisch hochentwickelte Gesellschaft könnte dann produktiver denn je und gleichzeitig sozial instabil werden.
Das wäre kein technologisches Versagen. Es wäre ein Fehler unseres Wirtschafts- und Einkommenssystems.
Das JiT-Einkommen als neue Einkommensbasis
Genau an diesem Punkt kommt für mich das JiT-Einkommen – das Just-in-Time-Einkommen – ins Spiel.
Das JiT-Einkommen unterscheidet sich grundsätzlich von einem klassischen Grundeinkommen. Es bedeutet nicht, dass permanent zusätzliches Geld ausgezahlt und anschließend versucht wird, dieses Geld durch Steuern, Abgaben oder neue Schulden zu finanzieren.
Der entscheidende Gedanke ist ein anderer:
Das JiT-Einkommen wird erst in dem Moment aktiviert, in dem eine reale wirtschaftliche Leistung nachgefragt und gekauft wird.
Einkommen, Kaufkraft und reale Wertschöpfung werden damit unmittelbar miteinander verbunden.
Jeder Mensch verfügt über ein definiertes JiT-Einkommenskontingent. Dieses Einkommen liegt jedoch nicht einfach als zusätzlich geschöpftes Geld auf einem Konto. Es wird erst dann wirksam, wenn tatsächlich eine Ware oder Dienstleistung erworben wird. In diesem Augenblick entsteht Kaufkraft genau dort, wo gleichzeitig eine reale wirtschaftliche Leistung gegenübersteht.
Damit könnte eine der entscheidenden Fragen einer automatisierten Gesellschaft beantwortet werden:
Wie erhalten Menschen Einkommen, wenn für die Herstellung unserer Güter und Dienstleistungen immer weniger menschliche Arbeitszeit benötigt wird?
Das JiT-Einkommen würde Einkommen nicht mehr ausschließlich an die Menge menschlicher Erwerbsarbeit koppeln, sondern stärker an die reale Wertschöpfung und gesellschaftliche Teilhabe.
Technologischer Fortschritt müsste dann nicht länger gefürchtet werden, weil eine Maschine Arbeitsplätze ersetzt. Im Gegenteil: Jede Maschine, jeder Roboter und jede Künstliche Intelligenz, die notwendige menschliche Arbeit reduziert, könnte tatsächlich zu einem gesellschaftlichen Fortschritt werden.
Doch wer Maschinen arbeiten lässt, muss Energie bereitstellen
Damit kommen wir allerdings zu einer zweiten, mindestens ebenso wichtigen Herausforderung.
Maschinen können menschliche Arbeitskraft nur ersetzen, wenn ihnen ausreichend Energie zur Verfügung steht.
Eine hochautomatisierte Gesellschaft benötigt Energie für Produktionsmaschinen, Roboter, Rechenzentren, Künstliche Intelligenz, Verkehrs- und Transportsysteme, Wärme, Kälte, Wasserwirtschaft und zahlreiche weitere technische Prozesse.
Je mehr körperliche und teilweise auch geistige Arbeit wir auf technische Systeme übertragen, desto stärker verlagert sich ein Teil des gesellschaftlichen Arbeitsaufwandes vom menschlichen Organismus auf technische Systeme.
Damit verändert sich die zentrale Frage:
Nicht nur „Wer arbeitet?“, sondern zunehmend auch „Woher kommt die Energie für diese Arbeit?“
Wir können deshalb keine Zukunft entwerfen, in der Milliarden Maschinen, Roboter und Computersysteme einen immer größeren Teil unserer wirtschaftlichen Arbeit übernehmen, ohne gleichzeitig darüber nachzudenken, wie das dafür erforderliche energetische Potenzial dauerhaft, wirtschaftlich und naturverträglich bereitgestellt werden kann.
Genau hier sehe ich einen der entscheidenden Ansatzpunkte für die Energiemehrwegtechnologie.
Energiemehrwegtechnologie – Energie anders denken
Unser heutiges Energiesystem funktioniert in weiten Teilen nach einem Einwegprinzip. Energieträger werden gewonnen, transportiert, umgewandelt und ihr nutzbares energetisches Potenzial wird für einen Arbeitsprozess eingesetzt. Danach muss für den nächsten Arbeitsprozess erneut nutzbare Energie bereitgestellt werden.
Ich halte es deshalb für notwendig, Energieversorgung langfristig stärker als Kreislauf- und Speichersystem zu denken.
Die von mir als Energiemehrwegtechnologie (EMT) bezeichnete Idee setzt genau dort an. Ihr Grundgedanke besteht darin, energetische Potenziale möglichst nicht nur für einen einzigen isolierten Arbeitsprozess zu betrachten, sondern technische Prozesse so miteinander zu koppeln, dass Energie gespeichert, zurückgewonnen, übertragen und erneut für weitere Arbeitsprozesse nutzbar gemacht werden kann.
Dabei könnten insbesondere Gravitation, Lageenergie, Druckunterschiede, Druckluft, Wasser sowie Wärme- und Kältepotenziale eine wichtige Rolle spielen.
Natürlich gilt auch hier der physikalische Grundsatz: Energie kann nicht aus dem Nichts erzeugt werden. Jede technische Anlage besitzt Verluste. Die Energiemehrwegtechnologie wäre deshalb kein Perpetuum mobile und keine Quelle unbegrenzter Energie.
Der entscheidende Gedanke ist vielmehr:
Wie können wir vorhandene energetische Potenziale intelligenter speichern, koppeln und mehrfach innerhalb technischer Prozessketten nutzen, bevor ihre Exergie – also ihre Fähigkeit, nutzbare Arbeit zu verrichten – schließlich verloren geht?
Genau darin könnte ein wichtiger Unterschied zwischen einer heutigen Einweg-Energiewirtschaft und einer zukünftigen Kreislauf-Energiewirtschaft liegen.
Sonne und Gravitation als grundlegende Energiequellen
Die Natur zeigt uns seit Jahrmillionen, wie gewaltige Stoff- und Energiekreisläufe funktionieren können.
Die Sonne treibt Verdunstung, Wetter, Wind, Pflanzenwachstum und damit einen großen Teil der Prozesse unserer Biosphäre an. Die Gravitation lässt Wasser wieder abfließen, erzeugt Lageenergie und beeinflusst zahlreiche natürliche Bewegungsprozesse.
Diese grundlegenden Energiequellen sollten wir wesentlich intelligenter in unsere technischen Systeme integrieren.
Beispielsweise könnte überschüssiger Strom aus Wind- und Solaranlagen genutzt werden, um Wasser anzuheben, Druckluft zu erzeugen oder andere Energiespeicher aufzuladen. Die gespeicherte Lage- oder Druckenergie könnte später wieder technische Arbeit ermöglichen.
Noch interessanter wird es, wenn solche Systeme nicht isoliert betrachtet werden.
Bremsenergie aus Verkehrssystemen könnte zurückgewonnen werden. Wärme, die bei einem industriellen Prozess entsteht, könnte einem anderen Prozess dienen. Kälte- und Wärmeströme könnten gekoppelt, Wasser gleichzeitig als Ressource und Energiespeichermedium genutzt und Drucksysteme mit Produktions- und Verkehrsanlagen verbunden werden.
Die zentrale Idee lautet:
Nicht immer neue Energie für jeden einzelnen Arbeitsprozess bereitstellen, sondern möglichst viele Arbeitsprozesse energetisch miteinander verbinden.
Das verstehe ich unter Energiemehrwegtechnologie.
Arbeit, Einkommen und Energie zusammendenken
Damit ergibt sich für mich ein wesentlich umfassenderes Zukunftsbild.
Wenn Maschinen immer mehr menschliche Arbeit übernehmen sollen, brauchen wir nicht nur leistungsfähige Roboter und Künstliche Intelligenz.
Wir brauchen gleichzeitig eine neue Einkommensarchitektur und eine neue Energiearchitektur.
Das JiT-Einkommen könnte dafür sorgen, dass Menschen ihre wirtschaftliche Existenz und Kaufkraft nicht verlieren, nur weil weniger menschliche Erwerbsarbeit benötigt wird.
Die Energiemehrwegtechnologie könnte gleichzeitig einen Ansatz dafür liefern, die für eine hochautomatisierte Wirtschaft erforderlichen Arbeitsprozesse energetisch effizienter, kreislauforientierter und naturverträglicher zu organisieren.
Damit würden drei Entwicklungen miteinander verbunden:
Automatisierung reduziert den notwendigen menschlichen Arbeitsaufwand.
Das JiT-Einkommen entkoppelt einen Teil der wirtschaftlichen Existenzsicherung von traditioneller Erwerbsarbeit und verbindet Kaufkraft mit realer Wertschöpfung.
Die Energiemehrwegtechnologie versucht, den Energiebedarf der technischen Arbeitsprozesse durch Speicherung, Rückgewinnung und intelligente Mehrfachnutzung energetischer Potenziale nachhaltiger bereitzustellen.
Erst zusammengedacht könnten daraus vollkommen neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen entstehen.
Produktivität müsste Lebensqualität erzeugen
Je produktiver unsere Maschinen werden, desto weniger notwendige Arbeitszeit müsste auf jeden einzelnen Menschen entfallen.
Eine Verdoppelung der Produktivität müsste sich deshalb nicht zwangsläufig in einer Verdoppelung der Produktion ausdrücken. Sie könnte ebenso bedeuten, dass wir dieselbe gesellschaftlich notwendige Leistung mit der Hälfte der menschlichen Arbeitszeit und möglichst geringerem Ressourcenverbrauch erbringen.
Das wäre eine vollkommen andere Definition von Fortschritt.
Der entscheidende Unterschied wäre: Die eingesparte Arbeitszeit würde nicht mehr automatisch zum Einkommensverlust des Menschen führen.
Mit dem JiT-Einkommen könnten Produktivitätsfortschritte stärker in persönliche Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe übersetzt werden. Mit einer kreislauforientierten Energietechnik müsste gleichzeitig versucht werden, den steigenden technischen Arbeitsanteil nicht automatisch mit einem entsprechend steigenden Verbrauch begrenzter Ressourcen zu bezahlen.
Dann wäre die Frage nicht mehr:
Wie viele Arbeitsplätze schafft eine neue Technologie?
Sondern:
Wie viel notwendige menschliche Arbeit, Energie und Ressourcen kann uns diese Technologie ersparen – und welchen gesellschaftlichen Nutzen erzeugt sie dabei?
Arbeit würde nicht verschwinden – sie würde sich verändern
Auch in einer hochautomatisierten Gesellschaft wird es Arbeit geben.
Menschen werden forschen, entwickeln, konstruieren, reparieren, pflegen, erziehen, lernen, lehren, gestalten, musizieren, organisieren, helfen und Neues erschaffen.
Aber wir könnten beginnen, zwischen notwendiger Erwerbsarbeit und menschlicher Tätigkeit zu unterscheiden.
Nicht jede gesellschaftlich wertvolle Tätigkeit muss zwingend über einen klassischen Arbeitsplatz organisiert werden.
Ein Mensch, der Kinder erzieht, Angehörige unterstützt, sich ehrenamtlich engagiert, Wissen vermittelt, eine Idee entwickelt oder seine Umwelt schützt, kann einen enormen gesellschaftlichen Wert schaffen, ohne dass dieser Wert heute zwingend als klassische Erwerbsarbeit erscheint.
Vielleicht beginnt damit eine neue Epoche
Ich glaube deshalb, dass wir vor einer wesentlich größeren Veränderung stehen, als die aktuelle Diskussion über Künstliche Intelligenz und Robotik vermuten lässt.
Es geht nicht nur darum, welche Berufe verschwinden und welche neuen Berufe entstehen.
Es geht um drei wesentlich grundsätzlichere Fragen:
Wie viel menschliche Arbeit benötigen wir in Zukunft tatsächlich noch?
Wie organisieren wir Einkommen und Kaufkraft, wenn Maschinen einen immer größeren Teil der notwendigen Arbeit übernehmen?
Und wie stellen wir die Energie für diese gigantische technische Arbeitsleistung bereit, ohne dabei unsere natürlichen Lebensgrundlagen immer weiter zu verbrauchen?
Für mich gehören die Antworten zusammen.
Automatisierung und KI könnten den Menschen von einem immer größeren Teil notwendiger Arbeit befreien. Das JiT-Einkommen könnte eine neue Grundlage für Einkommen und Kaufkraft schaffen. Und die Energiemehrwegtechnologie könnte einen Ansatz liefern, die dafür notwendigen technischen Arbeitsprozesse energetisch neu zu organisieren.
Vielleicht wird eine zukünftige Generation einmal verwundert auf unsere Zeit zurückblicken und sich fragen, warum wir enorme technologische Anstrengungen unternommen haben, um menschliche Arbeit einzusparen – und anschließend ebenso große politische Anstrengungen unternahmen, um wieder neue Arbeit zu schaffen.
Die entscheidende Zukunftsfrage könnte deshalb nicht mehr lauten:
Wie schaffen wir genügend Arbeit für alle Menschen?
Sondern:
Wie schaffen wir eine Gesellschaft, in der Maschinen einen möglichst großen Teil der notwendigen Arbeit übernehmen können, Energie und Ressourcen intelligent im Kreislauf genutzt werden und trotzdem jeder Mensch über Einkommen, Kaufkraft und gesellschaftliche Teilhabe verfügt?
Dann könnten Robotik, Künstliche Intelligenz, JiT-Einkommen und Energiemehrwegtechnologie Teile eines gemeinsamen Zukunftsmodells werden.
Und vielleicht bekommt der Begriff „sozial“ dann tatsächlich eine vollkommen neue Bedeutung:
Sozial ist nicht, möglichst viel Arbeit zu schaffen. Sozial ist, notwendige menschliche Arbeit zu reduzieren, ohne den Menschen dabei Einkommen, Würde und gesellschaftliche Teilhabe zu nehmen.
Eckhard Bock
IKS Hessen – NEUE IDEEN FÜR EINE NEUE POLITIK